Frauenfreundlich? Check deinen Arbeitgeber

Chancengleichheit ist in vielen Unternehmen ein Instrument des Personalmarketings. Welche Arbeitgeber sich die Frauenfreundlichkeit nur auf die Fahnen schreiben und welche sie wirklich leben – mit dieser Checkliste kommst du der Wahrheit ein Stück näher.

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Arbeitgeber

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Berufseinstieg

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Was die Frauenquote in Aufsichtsräten angeht, sind bislang nur wenige Unternehmen vorbildlich - unter ihnen Adidas, Allianz, Cewe, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, Henkel, Kabel Deutschland und Siemens. In den meisten Unternehmen sieht es also ziemlich mau aus, was den Anteil von Frauen in Führungsetagen angeht. Doch es gibt Ausnahmen. Immer mehr Arbeitgeber merken, dass sie auf gut ausgebildete Akademikerinnen nicht verzichten können. Die bleiben aber nur, wenn die Arbeitsbedingungen stimmen und ihnen die gleichen Chancen geboten werden wie ihren männlichen Kollegen. Dabei geht es nicht nur um Aufstiegschancen. Auch flexible Arbeitszeitmodelle, Kinderbetreuungsangebote und ein attraktives Gehalt machen einen guten Job aus - für Frauen und Männer gleichermaßen.

So bietet die Telekom ein Arbeitszeitmodell an, das Mitarbeitern auch in Teilzeit ermöglicht, verantwortungsvolle Positionen zu übernehmen: Beim Job-Sharing teilen sich zwei Arbeitnehmer eine Position. So ist die Stelle trotz Teilzeitarbeit rund um die Uhr besetzt. Gerade für Mütter, die häufig einen Karriereknick hinnehmen müssen, wenn sie wieder in den Job einsteigen, ist dieses Modell attraktiv.

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Mentoring und Frauenförderung

Adidas hat einen relativ hohen Anteil von Frauen in Führungspositionen (27 Prozent). Neben verschiedenen flexiblen Arbeitszeitmodellen bietet der Sportartikelhersteller ein Mentoring-Programm für Frauen an und hat ein internationales Netzwerk zur Frauenförderung aufgebaut. Das Engagement scheint anzukommen: 2015 gewann das Unternehmen den "Female Recruiting Award" der Karrieremesse "Women and Work".

Ähnlich sieht es bei der Allianz aus. Der Anteil der weiblichen Mitarbeiter liegt nach Angaben der Versicherung bei mehr als 50 Prozent; fast ein Viertel der Führungskräfte in Deutschland sind weiblich. Auch sie werden durch Networking- und Mentoring-Programme gefördert.

Frauenfreundliche Arbeitgeber - das Ranking

Beim Ranking der frauenfreundlichsten Unternehmen 2015 von kununu sucht man die Dax-Größen jedoch vergeblich. Hier dominieren eher mittelständische Unternehmen aus der Consulting- und der IT-Branche. Der Spitzenplatz geht an den Ingenieur- und IT-Dienstleister Aam IT und Platz zwei an das Beratungsunternehmen Convista. Den dritten Platz sichert sich der Software-Entwickler Codecentric. Beurteilt wurden die Gleichberechtigung im Unternehmen, flexible Arbeitszeitmodelle und Betreuungsangebote - ganz ohne Quote.

Die Frauenquote ist nur eines von vielen Kriterien und gilt nur für börsendotierte Unternehmen. Die Zahl der Frauen in Führungspositionen ist jedoch auch in kleineren Firmen ein guter Anhaltspunkt für die Unternehmenskultur und die Aufstiegschancen weiblicher Mitarbeiter.

Checkliste für frauenfreundliche Unternehmen

  • Gibt es Frauen in Führungspositionen? Wenn ja, welchen Anteil machen sie aus?
  • Wie hoch ist der Anteil weiblicher Mitarbeiter auf anderen Hierarchieebenen?
  • Haben alle Mitarbeiter die gleichen Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten?
  • Bietet der Arbeitgeber spezielle Mentorenprogramme für weibliche Angestellte?
  • Gibt es Frauennetzwerke?
  • Gibt es spezielle Weiterbildungsmaßnahmen für weibliche Mitarbeiter?
  • Werden flexible Arbeitszeitmodelle angeboten?
  • Wie sieht es mit Jobsharing aus?
  • Welche familienfreundlichen Maßnahmen gibt es?
  • Gibt es Wiedereingliederungs-Programme für Frauen?
  • Wird es gern gesehen, wenn Väter ihren Anspruch auf Elternzeit in die Tat umsetzen?
  • Gibt es Unterstützung bei der Kinderbetreuung?

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