Arbeiten bei NGOs: Alle Infos für Bewerber und Einsteiger

Nichtregierungsorganisationen (kurz NROs oder NGOs) sind tun nicht nur Gutes, sondern bieten auch spannende Jobs - nicht nur für Quereinsteiger. Vor allem Wirtschaftswissenschaftler haben gute Aussichten, im Non-Profit-Sektor starten zu können.

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Sie fördern Demokratie in Bereichen, in denen Behörden und staatliche Stellen nicht hauptsächlich tätig sind, setzen sich für den Umweltschutz ein oder machen mit aufsehenerregenden Aktionen von sich Reden: NGOs (Non-governmental organizations), zu deutsch Nichtregierungsorganisationen. Greenpeace, Amnesty International oder die Welthungerhilfe kennt jeder. Sie zählen zu den bekanntesten und international tätigen Organisationen. Tatsächlich sind in Deutschland aber mehrere Tausend NGOs beheimatet - und sie alle sind potenzielle Arbeitgeber auf der Suche nach Fachkräften.

NGOs: Heterogene Interessenverbände

Üblicherweise verbindet man mit dem Begriff NGO Organisationen, die weder von staatlichen Stellen getragen werden noch auf finanziellen Gewinn aus sind. Organisiert sind sie meist in privater, politischer oder kirchlicher Trägerschaft. Sie engagieren sich im sozialen oder umweltpolitischen Sektor, wobei ihre Themen von Entwicklungspolitik, Menschenrechten, Flüchtlingshilfe und Armutsbekämpfung bis hin zu Klima-, Natur-, und Umweltschutz reichen. Wie heterogen NGOs sind, zeigt sich auch bei der Zahl ihrer Mitarbeiter: Während kleinere Vereine meist aus nur wenigen Mitarbeitern bestehen, ähneln große Organisationen oft mittelständischen Betrieben.

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Professionalität zählt

In den Köpfen mancher Menschen ist der Begriff NGO noch etwas klischeebehaftet. Doch mit Radaumachern aus vergangenen Tagen haben NGOs heute nichts mehr zu tun. Im Gegenteil: Professionalität zählt heute mehr als Aktionismus. Wenn Nichtregierungsorganisationen erfolgreich sein wollen, müssen sie vor allem transparent und glaubwürdig sein. Leidenschaft für die Sache ist dabei gut und auch notwendig - aber alleine mit ihr kommt man nicht weiter. Neben Hilfsaktionen, die den Kernprozess vieler NGOs darstellen, wollen auch die Support Services wie Vertrieb, Fundraising, Marketing und Personal professionell geführt werden. Gut ausgebildete Fachkräfte müssen also her.

NGOs bieten Jobs für Wirtschaftswissenschaftler

Neben Sozial- und Naturwissenschaftlern, Ingenieuren und IT-Spezialisten haben NGOs auch einen Bedarf an Wirtschaftsabsolventen. Sie bilden sozusagen den Unterbau eines jeden Verbands und machen das soziale oder ökologische Engagement überhaupt erst möglich. Die Zahl freier Stellen ist wegen des heterogenen Branchenbildes nur schwer zu fassen, einschlägige Statistiken fehlen bislang. Die Einschätzung von Experten legt jedoch nahe, dass hier einiges Potenzial versteckt liegt. "Der Arbeitsmarkt ist zweifelsfrei groß," sagt Hilke Posor, Mitbegründerin von Heldenrat e.V. Ihr Verein hat sich die Beratung und Qualifizierung von Non-Profit-Organisationen zur Aufgabe gemacht. "Vor allem Geschäftsführer, Fundraiser, Netzwerker oder Mitarbeiter zur Koordination von Ehrenamtlichen werden gesucht". Den Weg in die gemeinnützige Arbeit hat auch Anastasija Block gefunden. Sie hat VWL studiert und kam über ein Praktikum zu Care. Und sie ist geblieben. "Ich fühle mich sehr wohl und gut aufgenommen. Das Arbeitsklima, das nicht durch ewige Konkurrenz zwischen den Mitarbeitern geprägt ist und die Ziele der Organisation haben mich überzeugt, mich beruflich für eine Hilfsorganisation zu engagieren." Heute arbeitet sie im Finanzbereich und ist etwa für die Buchhaltung und die Verwaltung des Anlagevermögens zuständig.

Viele kommen zunächst über ein Praktikum oder ein Ehrenamt mit der gemeinnützigen Arbeit in Kontakt. Beides ist von Vorteil, wenn man sich beruflich in einer NGO engagieren möchte. Der Einstieg gelingt dann über eine Projektassistenz, eine Trainee-Stelle oder ein Volontariat. Neben der fachlichen Expertise brauchen Bewerber vor allem Kommunikationsstärke, Toleranz und Teamfähigkeit. Bei kleineren Organisationen kommt auch Flexibilität hinzu: "Hier müssen oft mehrere Arbeitsbereiche in Personalunion geführt werden", berichtet Hilke Posor aus ihrer Beraterpraxis. "Einsteiger müssen damit rechnen, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu übernehmen und sollten viel Gestaltungswillen mitbringen."

Schnell Verantwortung übernehmen

Mitarbeiter einer NGO müssen sich außerdem stärker mit den Idealen und Zielen des Arbeitgebers identifizieren, als das in der Wirtschaft üblicherweise der Fall ist. Denn die finanziellen Perspektiven sind im sozialen Sektor begrenzt. Da sich NGOs hauptsächlich über Mitgliedsbeiträge, Spenden oder den Verkauf von Merchandise-Artikeln finanzieren, sind ihre finanziellen Ressourcen oft überschaubar. Dafür gibt es andere Vorteile: "Gerade bei kleinen Organisationen können Mitarbeiter relativ schnell Verantwortung übernehmen und Aufgaben wie Geschäftsführung oder Vorstand übernehmen," sagt Posor. "Dann ist das jedoch bereits das Ende der Karriereleiter".  Wer anschließend in die freie Wirtschaft zurückkehren will, stößt nicht selten auf gewisse Widerstände. Denn für manche Unternehmen sind die in der sozialen Arbeit erworbenen Kompetenzen zweitrangig. Sie setzen bei der Mitarbeiterauswahl vor allem auf fachliche Expertise. Zu Unrecht, meint Hilke Posor, da NGOs den Unternehmen einiges voraus haben. "Die hohe Innovationskraft und Motivation etwa sind Aspekte, von denen die Wirtschaft noch etwas lernen kann", sagt sie.

Sinn als Karriereziel

Für Anastasija Block kommt ein Wechsel in die Wirtschaft momentan nicht infrage. "Ich würde am liebsten im sozialen Bereich bleiben. Die gemeinnützige Tätigkeit macht einfach mehr Freude und gibt einem ein zufriedenes Gefühl". Es ist diese Zufriedenheit und das Wissen, Gutes zu tun, was Mitarbeiter von NGOs antreibt. Manch einem ist sie sogar wichtiger als ein hohes Gehalt oder große Karrieresprünge. Ohnehin müsste das Händeringen der NGOs nach Fachkräften mit Wirtschafts-Know-how den Absolventen entgegenkommen. Denn immer mehr Studenten rücken Sinnsuche und ethisches Handeln mehr ins Zentrum ihrer Karriereplanung. Auch die Hochschulen haben auf diesen Trend reagiert. Themen wie Social Entrepreneurship, Corporate Responsibility und Nachhaltigkeit haben in die Hörsäle der Wirtschaftsfakultäten Einzug gehalten. Wieso nicht also das wirtschaftliche Interesse mit der sozialen Mission verbinden und das berufliche Glück bei einer NGO suchen?

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